DISTANZ SOLO 4 - torn into time

Juli - Sept 2022

Die performative Praxis ermöglicht es Zeiträume zu dehnen, in kürzester Zeit ein ganzes Leben zu erzählen oder in eine zeitlose Sphäre der Unendlichkeit abzutauchen. Zeit ist relativ. Als einer der Grundparameter im Tanz sind die Explorationsmöglichkeiten endlos: die Zeitlichkeit der eigenen Bewegungen, dramaturgische Mittel, die eigenen Körperrhythmen, die geteilte Zeiterfahrung einer Aufführung.

In der Recherche „torn into time“ inspirieren Klockow filmische Mittel und die Vorstellung, wie mit einer Fernbedienung zu choreografieren. Der Ausgangspunkt, um folgende Prinzipien in Bewegung zu erforschen: Wiederholungen, Rewind & Forward Qualitäten, Cuts, Wechsel von Zeitlupentempo bis zum schnellen Vorspulen, Start und Stopp, Zeitsprünge und Rückblenden. Die Prinzipien erforscht sie in Bewegung und auch die Zeitlichkeit dramaturgischer Prinzipien.

Die folgenden drei Statements von Jonathan Burrows sollen ebenso in einer intensiven Bewegungsstudie erforscht werden:

Repetition:

1) It is a moment of recognition for the audience in a sea of change.

2) The smaller the degree of difference in a field of activity the more perceive what is different.

3) Movements looped solidify themselves into something that hovers between marching and flight. (Jonathan Burrows (2010). A Choreographers Handbook.)

Das Entwickeln von Bewegungsmaterial ist für Klockow in hohem Maße stark mit somatischen und meditativen Praktiken verbunden. In diesem Sinne ist ihre Methode der Dekonstruktion von Bewegung im Parameter Geschwindigkeit immer mit den inneren Rhythmen und Impulsen der Performerin verbunden.

„Gefördert durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien im Programm NEUSTART KULTUR Hilfsprogramm DIS-TANZEN des Dachverband Tanz Deutschland.“